Programm

Haus Vaterland1
Donnerstag 13. Dezember 19:30 Uhr
Film- und Diskussionsabend
Die Zwanziger Jahre in Deutschland: Viel Licht, aber auch Schatten (ausgebucht)

Nach dem jüngsten Vortrag im Literaturhaus zum Thema „Weltende“, der neben einer Schilderung des Endes des Ersten Weltkriegs bereits auch auf die Anfänge der Weimarer Republik einging, soll dieser Film- und Diskussionsabend deutlich machen, wie einfach man eine Republik auch wieder verspielen kann. Im Mittelpunkt steht der Film „Haus Vaterland – Eine Zeitrevue aus der Revuezeit in Berlin um 1930“ (1978, 75 Minuten). Es handelt sich hierbei um die Aufzeichnung einer Szenen- und Chansonfolge mit Musik und Texten aus den 1920er Jahren, geschrieben und komponiert von so bekannten Künstlern und Schriftstellern wie Löhner-Beda, Brecht, Ossietzky, Holländer, Mehring und vielen anderen.

 

"Haus Vaterland macht alles gründlich, Haus Vaterland gewittert stündlich!“ Das war einer der Slogans in Berlin gegen Ende der 1920er-Jahre – und für diesen Slogan gab es gute Gründe. Denn in den Gasträumen dieses Vergnügungsetablissements der Extraklasse am Potsdamer Platz war eine Vielzahl unterschiedlicher Themenrestaurants untergebracht: die Rheinterrasse mit den berühmten Wettersimulationen, ein bayerisches Bierrestaurant, ein Türkisches Café, eine Spanische Bodega, eine Japanische Teestube, eine Bremer Kombüse, eine Wild-West-Bar und vieles mehr. Sie boten allerdings nicht nur Gastronomie, sondern offerierten auch diverse musikalische und künstlerische Darbietungen, Vorführungen und Varietéprogramme. Die gigantischen Ausmaße und die luxuriöse Ausstattung des Gebäudes symbolisierten dabei Glanz und Glamour von Haus Vaterland. Doch in seiner Geschichte spiegeln sich auch die Abgründe der historischen Entwicklung Berlins und Deutschlands im 20. Jahrhundert wieder. Darüber gibt ein kurzer Dokumentarfilm (15 Minuten) Aufschluss.

 

Im Anschluss an die beiden Filme gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein gemütliches Beisammensein mit einem kleinen Borrel.

 

Einführung und Moderation: Winfried Jung

 

Eintritt frei.

 
Die maximale Teilnehmerzahl wurde erreicht, eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.

musa dagh
Dienstag 18. Dezember 10.30 Uhr
Historisches Lesecafé
Franz Werfel „Die vierzig Tage des Musa Dagh"

Die Teilnehmer des Historischen Lesecafés besprechen „Die vierzig Tage des Musa Dagh" von Franz Werfel.

 

Noch immer ist es schwierig, den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917 beim Namen zu nennen. Als Franz Werfel 1930 durch Anatolien reiste, schockierten ihn die Begegnungen mit Zeitzeugen und er begann, akribisch für einen Roman zu recherchieren. ›Die vierzig Tage des Musa Dagh‹ beschreiben das Schicksal einer armenischen Familie, die langsam ausgegrenzt und schließlich mit Waffengewalt verfolgt wird. Auf dem Heimatberg, dem Musa Dagh, leistet ihre Dorfgemeinschaft der Vertreibung Widerstand. Umsichtig und differenziert, mit einer klaren, fließenden Sprache verwandelt Werfel diese historische Katastrophe in ein eindrucksvolles Epos.

 

Eintritt frei.


Literaturcafe4
Dienstag 8. Januar 10:30 Uhr
Literaturcafé
Lida Winiewicz: „Der verlorene Ton“

Die Teilnehmer des Literaturcafés besprechen „Der verlorene Ton“ von Lida Winiewicz.

Angeblich gibt es ein Leben, auch wenn man nicht singen kann. Die Geschichte eines Mädchens, das Sängerin werden will. Eine längst verstorbene jüdische Großmutter macht diesen Traum zunichte.


Das Auftrittsverbot wird für Lida so traumatisch, dass sie ab dem „G“, dem höchsten Ton des Liedes „Das Heidenröslein“ von Schubert, für immer ihre Stimme verliert. Alle Anstrengungen nach dem Krieg, auch mit Therapeuten die hohen Töne zurückzuholen, scheitern. Diese autobiografische Geschichte über Kindheit und Jugend eines „jüdisch versippten“ Mädchens kennzeichnet das Staunen über die damalige Gleichzeitigkeit von unauffälligem Alltag und mörderischem Wahnsinn.

 

Sehr berührend werden die Erlebnisse vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg reflektiert und erzählt. Man folgt Lida Winiewicz auf dieser Reise gerne und schmunzelt manchmal, mit welcher Klarheit sie die Dinge sieht. Und wenn nach einem Luftangriff ein abgeschossener amerikanischer Pilot auf der Straße hockt, umringt von schweigenden Menschen, dann lächelt man ihm zu, und wenn es das Leben kostet.

 

Eintritt frei.


Kino Klub Goethe
Donnerstag 10. Januar 19:30 Uhr
Kino Klub Goethe
Die Legende von Paul und Paula

DDR 1973 | 105 Minuten
Regie: Heiner Carow
Mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder
Deutsch mit deutschen Untertiteln
Einführung: Tiny Hielema

Paula (Angelica Domröse), alleinerziehende Mutter zweier Kinder, lernt in einem Ostberliner Musiklokal den Staatsbeamten Paul (Winfried Glatzeder) kennen. Paul ist verheiratet, wird aber von seiner Frau (Heidemarie Wenzel) betrogen. Die beiden verlieben sich ineinander. Während Paula bereit ist, für das gemeinsame Glück mit allen bürgerlichen Konventionen zu brechen, zögert Paul zunächst. Bis auch er erkennt, dass er in Paula seine große Liebe gefunden hat.

 

Eintritt: 6,00 Euro, Mitglieder: 3,00 Euro

 

Filmtrailer


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Montag 14. Januar 19:30 Uhr
Sprachcafé

In zwanglosen Übungsgesprächen mit unseren Coaches frischen Sie Ihre Deutschkenntnisse auf.

Das Sprachcafé bietet Ihnen die Möglichkeit, ungezwungen im Gespräch mit Muttersprachlern die Sprache zu erlernen. Keine Unterrichtsstunden, keine Hausaufgaben, einfach vorbeikommen und mitmachen!

 

Anmeldung erbeten: sprachcafe@deutschebib.de

 

Eintritt frei.


Krimicafe
Mittwoch 16. Januar 19.30 Uhr
Krimicafé
Volker Kutscher „Die Akte Vaterland"

Die Teilnehmer des Krimicafés besprechen „Die Akte Vaterland" von Volker Kutscher.

Juli 1932, die Berliner Polizei steht vor einem Rätsel: Ein Mann liegt tot im Lastenaufzug von »Haus Vaterland«, dem legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz, und alles deutet darauf hin, dass er dort ertrunken ist.

 

Kommissar Gereon Rath ist wenig erfreut über den neuen Fall, denn er hat schon genug Ärger. Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten seit Wochen auf der Stelle, seine große Liebe Charlotte »Charly« Ritter kehrt von einem Studienjahr in Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an – ausgerechnet in der Mordkommission, was die Dinge nicht einfacher macht.

 

Der Tote vom Potsdamer Platz scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins Haus Vaterland eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in eine fremde Welt. Er macht Bekanntschaft mit wortkargen Ostpreußen, schwarzgebranntem Schnaps und den Tücken der Natur. Die Widerstände gegen den Ermittler aus Berlin wachsen, als er ein lang gehütetes Geheimnis aufzudecken droht.


Eintritt frei.


Donnerstag 31. Januar 19.30 Uhr
Vortrag und Film
Elsbeth Fraanje „Autobahnkirchen“ (Snelwegkerk)

DE 2017 / 53 Minuten
Regie: Elsbeth Fraanje
Deutsch mit niederländischen Untertiteln
Einführung: Sabine Wolff

 

Unerwartete, teils intime Bekenntnisse an überraschen­den Orten, nämlich in Autobahnkirchen und auch auf Park­plätzen an deutschen Autobahnen bilden den Hinter­grund für diese Dokumentation. Der Mensch in seiner ganzen Schönheit und Pracht, aber auch in seinen Fehlern wird in die­ser anrührenden, gelegentlich auch komischen Doku­mentation gezeigt. Der Film gewann 2017 das ‘Gouden Kalf’ in der Kategorie ‘Beste Korte Dokumentatie’ und wurde in mehreren niederländischen Filmtheatern gezeigt.

 

Die Regisseurin ist anwesend!

 

Eintritt: 6,00 Euro, Mitglieder: 3,00 Euro

 

Filmtrailer