Geschichte im Literaturhaus: Ingrid Laurien „Deutschland 1919: Zum Scheitern verdammt?" Die schweren Anfänge der Weimarer Republik

Anfang 1919 waren die Deutschen erschöpft und traumatisiert. Die öffentliche Ordnung war zusammengebrochen. Überall bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte; in den Straßen wurde geschossen. Die politische Kultur war zerrissen, hoch ideologisiert und in unversöhnliche Lager gespalten. Die erste frei gewählte Regierung der neuen Republik musste den Friedensvertrag von Versailles unterzeichnen, dessen Bedingungen als unerträglich empfunden wurden.

 

So stand der Beginn der Republik unter keinem guten Stern. Politische und wirtschaftliche Stabilität hat sie bis zu ihrem Ende nicht gebracht. Bei der Mehrheit der Deutschen war sie nicht beliebt. Bis heute hält sich die Überzeugung, dass ihr Scheitern unausweichlich gewesen sei. Aber unter den Bedingungen von Anarchie und Gewalt war eine demokratische Verfassung erkämpft worden. Und aus den wirren Träumen von einer "neuen Zeit" entstand die "Weimarer Kultur", eine aufregende, exaltierte, extreme und sehr fragile Moderne von ungeheurer Intensität.

 

Das all dies schließlich im Nationalsozialismus enden würde, war vielleicht schon angelegt, aber es war kein notwendiger Weg. Es hätte auch anders kommen können.

 

Eintritt: 6,00 Euro, Freunde des Literaturhauses: 3,00 Euro.

 

Foto: Heinrich Vogeler "Aufbruch einer neuen Zeit", 1919,

mit freundlicher Genehmigung des Museums am Modersohn-Haus, Worpswede

  

Lesecafé und Ausleihe sind an diesem Abend zwischen 18.30 und 19.30 Uhr geöffnet.


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