Autorenlesung: Teresa Präauer "Oh Schimmi" und "Tier werden"

 "Oh Schimmi" von Teresa Präauer ist das Buch zum von Publikum und Jury enthusiastisch gefeierten Text beim letztjährigen Bachmannwettbewerb, und den Leserinnen und Lesern bleibt nichts anderes übrig, als bei der Lektüre mal ungeduldig, mal kopfschüttelnd, mal lachend "Oh Schimmi!" zu rufen. In ihren Romanen sind, neben den Menschen, auch immer die Tiere zugegen: die Vögel, die Fische oder der Affe. Im erzählerischen Essay Tier werden“ buchstabiert sie diese Artennähe aus und schreibt, reflektiert und unterhaltsam, über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird.

 

Interview mit der Autorin

 

Eintritt: 6,00 Euro, Freunde des Literaturhauses: 3,00 Euro.

 

Lesecafé und Ausleihe sind an diesem Abend zwischen 18.30 und 19.30 Uhr geöffnet.

 

Foto: Thomas Langdon

  

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Oh Schimmi

Ein Liebesreigen, eine Taugenichtsgeschichte, gemacht aus den Elementen, Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts.


Wie kann einer sich bloß derart zum Affen machen und so blöd anstellen beim Zappen durchs Fernsehprogramm und auf seinen Wegen durch die Bars und Nagelstudios der Großstadt? Ständig auf der Suche nach der nächsten Liebe, meistens im falschen Moment unterbrochen vom Handyläuten der eigenen Mutter.

 

Teresa Präauer hat ein sexuell aufgeladenes, extrem komisches und brutal hartes Buch geschrieben, das unbedingt laut gelesen werden sollte mit viel buntem Kaugummi im Mund, weil hier Sprache performt und zeigt, dass Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist, die aus kopulierenden Wörtern gemacht ist.

 

Oh Schimmi von Teresa Präauer ist das Buch zum von Publikum und Jury enthusiastisch gefeierten Text beim letztjährigen Bachmannwettbewerb, und den Leserinnen und Lesern bleibt nichts anderes übrig, als bei der Lektüre mal ungeduldig, mal kopfschüttelnd, mal lachend "Oh Schimmi!" zu rufen.

 

Tier werden

In den Romanen von Teresa Präauer sind, neben den Menschen, auch immer die Tiere zugegen: die Vögel, die Fische oder der Affe. In diesem erzählerischen Essay buchstabiert sie diese Artennähe aus und schreibt, reflektiert und unterhaltsam, über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird.

 

Teresa Präauer beobachtet in Tier werden Stationen des Übergangs, der Verwandlung, des Aus-der-Art-Schlagens. Einen Auftritt in ihrem Text bekommt, wer oder was Haare hat: an Stellen, die von Schraffur überwuchert werden, von Pelz, Kunstfell oder Gras. Eine Sammlung von zotteligen Figuren hat sie hierfür zusammengetragen, von den mittelalterlichen Zeichnungen von Fabelwesen – halb Natur, halb Erfindung – über die Perchten aus den Alpen bis hin zum Perückenträger Toni Erdmann und den kostümierten Furries aus der Subkultur.
All diesen künstlichen und künstlerischen Phänomenen geht die Autorin in konkreten Bildbetrachtungen und philosophischen Überlegungen nach.


Die Animalisation ist bei Teresa Präauer ein Vorgang, den sie mit Blick auf Kunst, Kultur, Film und Mode beschreibt, den sie aber darüber hinaus auch auf das Schreiben und Lesen von Literatur selbst anwendet. Während wir schreiben, reizen wir die Möglichkeiten des Sprechens aus und geraten an seine menschlichen Grenzen. Während wir lesen, verwandeln wir uns, so lauten die Warnung und das Versprechen dieses erzählend-essayistischen Textes.

 

Über die Autorin

Teresa Präauer, geboren 1979, studierte Germanistik und bildende Kunst. Im Wallstein Verlag erschienen die Romane Für den Herrscher aus Übersee, Johnny und Jean und Oh Schimmi, sowie der erzählende Essay Tier werden. Sie erhielt unter anderem den aspekte-Literaturpreis 2012 und den Erich-Fried-Preis 2017, hatte 2016 die Samuel-Fischer-Gastprofessur an der FU Berlin inne und 2017 die Mainzer Poetikdozentur. 
Teresa Präauer lebt in Wien.


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