Bücher – Literatur – Kunst – Film – Theater – Musik
Herzlich willkommen auf der Webseite der Deutschen Bibliothek Den Haag
Donnerstag, 4. Februar, 20.00 Uhr
Autorenlesung und Gespräch
Thomas Hoeps & Jac. Toes
Moderation: Daria Bouwman
Ein deutscher Autor (Thomas Hoeps, geb. 1966)) und ein niederländischer (Jac. Toes, geb. 1950)), lebend ein paar Kilometer diesseits und ein paar jenseits der Grenze, haben sich mit inzwischen zwei gemeinsam geschriebenen Romanen fest in der gehobenen Krimiliteratur etabliert. Grenzüberschreitend nicht nur das Autorenteam, sondern genauso auch Themen, Stoffe, Örtlichkeiten ihrer Bücher, aus deren letztem, Das Lügenarchiv (2009), sie vortragen werden. Zweifelhafte Geschäftspraktiken im Zeitalter der Globalisierung hier, eine Gruppe von Globalisierungsgegnern dort, dazwischen verläuft in diesem Buch die Kampflinie. Ein Kunstrestaurator bleibt dabei tot auf der Strecke. Die beiden Kommissare Robert Patati und Micky Spijker bringen Licht in die Sache. Dabei ist das Buch auch über sein kriminalistisches Thema hinaus interessant als Dokument zweier Kulturen. Unter dem Titel Het Leugenarchief ist der Text 2009 auch in niederländischer Version erschienen.
Dienstag, 9. Februar, 10.30 – 11.45 Uhr
Literaturcafé
Buch: Adalbert Stifter, Brigitta
Mittwoch, 10. Februar, 20.00 Uhr
Performance: Voice Art and Poetry
Isabeela Beumer
Kann ein Voice art Konzert spannend wie ein ganzes Theaterstück sein? Es kann. Bis zum Schluss gefangen in Magie, ergreifend und bewegend, so geht es hier zu. Die Soundpoetin, Komponistin von Acoustic Arts und Autorin Isabeella Beumer  ist auf internatonalen Bühnen eine Stimme der “Klangkunst”, Neuen Musik und Poesie. Sie arbeitet mit einer ihr eigenen kontemplativen Kommunikation, in extremsten Bereichen der Stimme; beherrscht immense vokale Artikulationen, ihr Obertonspektrum ist in kaum fassbarem Reichtum ein virtuoses Glanzstück menschlicher Stimme. Die Neue Zeitschrift für Musik schreibt: Isabeella Beumer (…)versucht, ihre Stimme für alle Klänge des Universums zu öffnen – «aufzutoren», wie sie es selbst nennt. Es geht ihr weniger um eine Thematisierung des Menschen als Denk- und Sprechmaschine als vielmehr um die Relativierung seiner Möglichkeiten zu einer universalen, nicht an die gesprochene Sprache gebundenen Kommunikation.
Dienstag, 2. März, 10.30 – 11.45 Uhr
Literaturcafé
Buch: Alex Capus, Eine Frage der Zeit
Mittwoch, 3. März, 20.00 Uhr
Filmabend mit Gespräch
Hilde
Hildegard Knef ist ein deutscher Mythos. Von ihren Anfängen als Schauspielerin bei der UFA Mitte der zwanziger Jahre bis hin zum legendären Konzert in der Berliner Philharmonie im Jahr 1966 und noch darüber hinaus führte sie ein bewegtes Leben. Der Regisseur Kai Wessels greift für seinen Film nur 23 Jahre aus dem Leben der Knef heraus, um dies herauszuarbeiten: von der Affäre mit Reichsfilmdramaturg Ewald von Demandowsky (Anian Zollner) über ihre Flucht in Soldatenuniform, von den ersten Erfolgen am Theater bis zum Durchbruch in Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns. Wir erfahren von ihrer Heirat mit dem US-Filmoffizier Kurt Hirsch (Trystan Püttner) und ihren ersten Schritten in Hollywood unter Mithilfe des Filmproduzenten Erich Pommer (Hans Zischler).

In Deutschland wiederum entsteht der Skandalfilm Die Sünderin. Die Knef ist endgültig in aller Munde, heutzutage beinahe unvorstellbar, wegen ein bisschen zu viel nackter Haut. Sie flüchtet regelrecht nach Hollywood und startet dort noch einmal richtig durch. Unter dem Namen Hildegard Neff feiert sie Erfolge, tritt am Broadway auf, heiratet erneut, lebt in Frankreich und England, um schließlich in besagtem Konzert ihre Versöhnung mit ihren Landsleuten zu feiern. Heike Makatsch spielt Hildegard Knef und sie ist in dieser Rolle umwerfend. Man kann kaum mehr von einer Rolle sprechen, so intensiv und einfühlsam verkörpert sie die Knef, eine widersprüchliche Frau mit Ecken und Kanten.
Donnerstag, 18. März, 20.00 Uhr
Kunsthistorischer Vortrag mit Lichtbildern: Kandinsky und Der Blaue Reiter
Elisabeth Reinhartz-Tergau
Zu Anfang des 20.Jahrhunderts haben vor allem zwei Künstlergruppen den deutschen Expressionismus geprägt: Seit 1905 die Brücke und seit 1911 Der Blaue Reiter. Anders als die Maler der Künstlervereinigung Brücke versuchten die Vertreter des Blauen Reiter die bestehenden Grenzen des künstlerischen Ausdrucksvermögens zu erweitern und zu einer eigengesetzlichen Bildwelt vorzudringen. Diese reicht von der metaphysischen Tiersymbolik Franz Marcs über die Farbphantasien August Mackes bis zur märchenhaften Zauberwelt Paul Klees.

Vor allem Wassily Kandinsky strebte nach dem “Geistigen in der Kunst”. Er besaß eine außergewöhnliche bildnerische Intelligenz und hatte ein besonderes Empfinden für Farbe und Form. So sprach er von “Farbklängen” und verglich die Harmonie von Farben mit der Harmonie von Musik. Seine Gedanken waren für die weitere Entwicklung der abstrakten Malerei von grundlegender Bedeutung. Die Ausstellung Kandinsky en Der Blaue Reiter, die das Haager Gemeentemuseum zusammen mit dem Münchener Lenbachhaus vom 6.2.-24.5.2010 organisiert, ist der Anlass für diesen Abend.
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